Bei Fliesenarbeiten geht das meiste Geld durch falsch gemessene Flächen und vergessene Positionen verloren. So berechnen Sie einen Preis pro m², der Material, Vorbereitung, Arbeit und Kleinigkeiten deckt, und machen daraus ein Angebot, das der Kunde versteht.
Kurz gesagt
- Boden: Länge × Breite, Wände: Umfang × Höhe abzüglich Öffnungen.
- 10 % Verschnitt bei gerader Verlegung, bis 15 % bei diagonal oder Grossformat.
- Vorbereitung, Abdichtung und Abschlussarbeiten als eigene Positionen.
- Den Arbeitspreis pro m² aus Stundensatz und echter Leistung ableiten.
Schritt 1: Die echte Fläche messen
Jeden Raum einzeln messen. Der Boden ist Länge mal Breite. Für die Wände den Raumumfang messen, mit der Fliesenhöhe multiplizieren und Türen und Fenster abziehen.
Beispiel: Bad 2,4 × 2,0 m, Fliesen bis 2,2 m, Tür 0,8 × 2,0 m.
- Boden: 2,4 × 2,0 = 4,8 m²
- Wände: (2,4 + 2,0) × 2 × 2,2 = 19,36 m², minus Tür 1,6 m² = 17,76 m²
Laibungen, Nischen und Vorwände gesondert messen oder pro Stück berechnen, weil dort mehr geschnitten wird.
Schritt 2: Verschnitt einplanen
Fliesen werden geschnitten, brechen, und manchmal weicht ein Karton im Farbton ab. Rechnen Sie immer Reserve ein:
- Gerade Verlegung: etwa 10 %
- Diagonal, Fischgrät oder Grossformat (60×120 und grösser): 12–15 %
Im Beispiel: Boden 4,8 m² + 10 % = 5,3 m², Wände 17,76 m² + 10 % = 19,5 m². Kleber und Fugenmasse nach Herstellerverbrauch pro m² berechnen, meist 4–6 kg Kleber pro m² bei Standardformaten.
Schritt 3: Vorbereitung und Verlegung trennen
Kunden denken oft, sie zahlen nur fürs "Fliesenlegen". Tatsächlich dauert die Vorbereitung oft so lange wie das Verlegen. Führen Sie sie als eigene Positionen auf:
- alte Fliesen entfernen (pauschal oder pro m²)
- Untergrund ausgleichen pro m²
- Abdichtung von Dusche und Badboden pro m², mit Dichtband für Ecken
Ist die Vorbereitung im Angebot sichtbar, versteht der Kunde, warum Ihr Preis höher ist als bei jemandem, der sie "weglässt".
Schritt 4: Arbeitspreis pro m² berechnen
Der Arbeitspreis pro m² ist keine Zahl, die man von der Konkurrenz abschreibt. Leiten Sie ihn aus Stundensatz und echter Leistung ab:
Arbeitspreis pro m² = Stundensatz ÷ m², die Sie tatsächlich pro Stunde verlegen
Kostet Ihre Stunde 30 € und verlegen Sie an der Wand im Standardformat etwa 1,5 m² pro Stunde (inklusive Schneiden und Verfugen), liegt die Arbeit bei rund 20 € pro m². Bei Grossformat, Mosaik oder diagonal ist die Leistung geringer, der Preis pro m² also höher. Wie Sie Ihren Stundensatz berechnen, erklären wir in einem eigenen Artikel.
Schritt 5: Abschlussarbeiten nicht vergessen
- Silikonfugen an Wanne, Dusche und Ecken
- Abschlussschienen und Profile pro Meter
- Bohrungen für Installationen pro Stück
- Bauschuttentsorgung
Das sind die Positionen, die am häufigsten vergessen werden, und am Ende entscheiden sie, ob sich ein Auftrag gelohnt hat.
So sieht es im Angebot aus
Ein gutes Fliesenangebot hat eigene Zeilen für jeden Raum und jede Leistung: Material pro m², Verlegung pro m², Vorbereitung und Abschluss. Der Kunde sieht genau, wofür er zahlt, und Sie ändern die Fläche in Sekunden, wenn sich vor Ort die Masse ändern.
In AdBooks speichern Sie Positionen mit Preisen einmal und nutzen sie in jedem Angebot. Mit dem Paket Growth bekommen Sie zusätzlich den Estimator mit fertigem Katalog für Fliesenarbeiten.
Häufige Fragen
Wie viel Verschnitt sollte ich einplanen?
Etwa 10 % bei gerader Verlegung und 12 bis 15 % bei diagonal, Fischgrät oder Grossformat.
Sollte die Abdichtung eine eigene Position sein?
Ja. Die Abdichtung von Dusche und Badboden ist eigene Arbeit mit eigenem Material und gehört als eigene Position pro m² ins Angebot.
Wie berechne ich den Arbeitspreis pro m²?
Teilen Sie Ihren Stundensatz durch die Quadratmeter, die Sie tatsächlich pro Stunde verlegen, inklusive Schneiden und Verfugen.

